Beiträge

Neurofeedback wird häufig bei Kindern zur Verbesserung der Konzentration angewendet. Doch auch für Erwachsene bei Stress und Burnout kann das Gehirntraining die Lebensqualität verbessern.

Aus der Ergotherapiepraxis Bodensee: Neurofeedback bei Burnout

Als Thomas* das erste Mal anrief, war mir nicht gleich klar, was der Grund seines Anrufes war. Ich bat ihn zu einem Beratungsgespräch und Thomas erzählte mir, dass er 38 Jahre alt ist und in einer mittleren Führungsposition in einem Industrieunternehmen hier am Bodensee arbeitet. Termindruck, Stress und Frust bestimmen seinen Arbeitsalltag. Diese Unzufriedenheit übertrug sich inzwischen auch auf sein Privatleben. In der Familie gibt es immer häufiger Streit. Thomas kann nicht schlafen. Das Abschalten fällt ihm sehr schwer.

Stress und nicht abschalten können

Beim Hausarzt war Thomas noch nicht. Ich teilte ihm meine Vermutung mit, dass er wahrscheinlich kurz vor einem Burnout stehe. Und ich empfahl ihm das Gespräch mit einem Arzt zu suchen, um ein Rezept für Ergotherapie zu erhalten.

Ich empfehle meinen Patienten ihren Arzt auf die Neurofeedback-Therapie bzw. eine Ergotherapie anzusprechen. Eine Behandlung mit Neurofeedback im Rahmen einer Ergotherapie wird in der Regel von der Krankenkasse bezahlt und vom Arzt verordnet. Die Kasse bewilligt in der Regel 4×10 Behandlungen. Danach müsste der Patient eine dreimonatige Pause einlegen. Außerdem müssen Patienten eine Zuzahlung zum Rezept leisten. Sie beträgt zwischen 50 und 70 Euro.

1-2 Behandlungen pro Woche genügen

Ich war sehr froh, dass Thomas mich zwei Wochen später anrief und mit dem Neurofeedback beginnen wollte. Idealerweise sollten Patienten zweimal pro Woche zur Behandlung kommen. Thomas kam, wie viele andere Berufstätige auch, einmal wöchentlich.

Was viele nicht wissen, Schlaflosigkeit und die fehlende Fähigkeit sich zu entspannen, kann durch Neurofeedback behandelt werden. Untersuchungen haben gezeigt, dass Neurofeedback der Burnout-Prophylaxe dient. Neben eines gesunden Schlafverhaltens können Erwachsene durch Neurofeedback ihre kognitiven Fähigkeiten, wie Konzentrationsfähigkeit und die Denk- und Merkfähigkeit steigeren.

Das Ergebnis der Neurofeedbackbehandlung sind mehr Zufriedenheit und mehr Leistungsfähigkeit.

Für die Behandlung bei Burn-out und Schlafstörungen empfehle ich meinen Patienten ihren Alltag zu durchleuchten und sich immer wieder Auszeiten und Inseln im Alltag zu schaffen. Einfach mal wieder Dinge für sich tun. Ein Aufenthalt im Wald oder generell in der Natur und Spaziergänge an frischer Luft helfen wieder zu sich zu finden. Ebenso wie Treffen mit Freunden, auch außerhalb der Familie.

Auch bei Thomas zeigten sich schon nach kurzer Zeit erste Verbesserungen. Menschen mit seiner Symptomatik spüren relativ schnell die Erfolge der Behandlung. Um die Wirksamkeit von Neurofeedback zu festigen, empfehle ich 20 Sitzungen im kurzen Intervall und 10 Sitzungen zum Stabilisieren.

Regelmäßige Kontrolle des Behandlungserfolges

Um die Erfolge greifbar zu machen, haben wir seine Antworten des Patientenbogens vor Beginn der Behandlung mit dem Zwischenstand sechs Wochen nach Therapiebeginn verglichen. Nicht nur die Schlafstörungen haben abgenommen. Thomas hat auch weniger Kopfschmerzen und fühlt sich insgesamt vitaler und gesünder.

Neurofeedback ist eine nachhaltige Behandlungsmethode. Die Ergebnisse bleiben in der Regel dauerhaft bestehen. Trotzdem ist jeder Patient gefordert, sich nicht zu viel zuzumuten und eine gesunde Balance zwischen Arbeit und Freizeit zu finden.

Haben Sie Fragen zu Neurofeedback? Dann sprechen Sie uns an!

 

 

Bildquelle: Nik Shuliahin via Unsplash

Neurofeedback funktioniert so wie die richtige Temperatur beim Nudeln kochen finden

Neurofeedback ist eine vielversprechende Methode im betrieblichen Gesundheitsmanagement. Neurofeedback ist effizient. Die Behandlungen sind kurzweilig und angenehm. Schon nach dem ersten Mal können die Klienten eine Wirkung verspüren.

Termindruck und Überstunden: Ein Drittel der Arbeitnehmer fühlt sich gestresst

Schaut man sich Umfragen an, so wird klar, dass die deutsche Arbeitswelt den Mensche viel zumutet.

Auch in der aktuellen Umfrage der pronova BKK (Februar 2018)zeigen sich die häufigsten Stressfaktoren. Auf die Frage „Aufgaben und Projekte werden immer komplexer und anspruchsvoller. Manche Aspekte oder Anforderungen können im Arbeitsalltag Belastung auslösen. Welche der unten genannten Aspekte sind für Sie Belastungsfaktoren im Arbeitsalltag?“ antworteten die  1.650 Befragten wie folgt. Mehrfachnennungen waren möglich.

  • 34% Termindruck
  • 30% emotionaler Stress durch Kunden, Patienten, Bürger, Schüler
  • 29% Überstunden
  • 29% schlechtes Arbeitsklima
  • 27% keine oder zu kurze Pausen
  • 25% ständige Bereitschaft
  • 25% Erfolgsdruck

Die gesamten Ergebnisse finden Sie hier: https://www.pronovabkk.de/downloads/ae740f1f69ccabf0/pronovaBKK_BGM_Studie2018.pdf

Zwar gibt es immer mehr Angebote im betrieblichen Gesundheitsmanagement, aber bei psychosomatischen Symptomen finden Betroffene kaum passende Angebote.

Männer wollen keine psychosomatischen Angebote

Viele sind gestresst und fühlen sich unter Druck, aber geben das ungern zu. Ganz besonders gering ist die Resonanz psychosomatischer Angebote bei Männern. Kein Wunder also, dass in deutschen (zumeist männlichen) Führungsetagen solche Maßnahmen wenig Anklang finden. Dazu kommt noch, dass die Wirksamkeit der Maßnahmen teilweise nur schwer belegbar ist. Somit stehen Entscheider unter hohem Rechtfertigungsdruck.

Ein weiteres Hindernis ist, dass viele Maßnahmen nur dann wirken, wenn sie langfristig durchgeführt werden. Dem gegenüber steht ein Absinken der Motivation, z.B. bei Yoga zum Stressabbau.

Neurofeedback hilft gegen zu viel Stress bei der Arbeit

Neurofeedback eine erfolgreiche Maßnahme, um Arbeitsstress zu minimieren. Weil es so leicht umsetzbar ist, eignet sich Neurofeedback perfekt als Maßnahme des betrieblichen Gesundheitsmanagements.

Neurofeedback trainiert die Selbstregulation des Menschen. Das Training hilft, dass der Mensch in Stresssituationen nicht über- oder unterreagiert. Ganz konkret hilft Neurofeedback, dass Menschen in Stresssituationen bei sich bleiben und nicht über ihre körperlichen, physischen und psychischen Kräfte gehen, ohne das sie es merken.

Wie bei einem Nudeltopf. Das Wasser kocht, dann werfe ich die Nudeln rein. Dann ist es aber so, dass ich schauen muss, dass das Wasser nicht überkocht. Ich muss die Hitze so regulieren, dass aber die Nudeln auch weiterkochen. So ähnlich ist das mit dem Neurofeedback.

Wie Neurofeedback als Maßnahme des betrieblichen Gesundheitsmanagements eingesetzt werden kann, finden Sie hier in meinem Neurofeedback für Unternehmen